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Wildschwein

Wildschweine sind nicht nur urig und wehrhaft, sondern vor allem sehr anpassungsfähig. Das machte sie zum Gewinner in unserer Kulturlandschaft. Durch milde Winter, Futter im Überfluss und viele neue Verstecke durch den zunehmenden Maisanbau haben die schlauen Sauen ihre Population in den vergangenen Jahrzehnten vervielfacht. Doch auch die Konflikte mit dem borstigen Allesfresser nehmen zu.

Fakten


#allesfreser

Lebensweise

Unter all unseren Wildtieren ist das Wildschwein wahrscheinlich das vielseitigste. Seine Verbreitung erstreckt sich von den meisten Ostseeinseln bis in die Voralpen, auf seinem Speiseplan stehen frische Früchte und Getreide ebenso wie Gras oder Aas und durch seine Fortpflanzungsbiologie kann die Art jederzeit auf wechselnde Umweltbedingungen reagieren.

Neugeborene Frischlinge haben ein hellbraunes Fell mit gelblichen Längsstreifen. Nach drei bis vier Monaten verlieren sie diese Streifen und bekommen ein bräunliches Jugendfell. Vor dem Winter wachsen Wildschweinen lange, dunkelgraue bis schwarze und borstige Deckhaare und kurze feine Wollhaare, zwischen denen winzige Luftkammern den Körper vor Auskühlung schützen. Keiler haben am Rumpf unterhalb des Fells eine deutliche Hautverdickung aus Bindegewebsfasern – das sogenannte Schild – das sie bei Kämpfen in der Paarungszeit vor schweren Verletzungen schützt.

Die Eckzähne erfüllen vor allem bei männlichen, älteren Wildschweinen, den Keilern, eine wichtige Funktion: Sie sind haarscharfe Waffen, die bei der Verteidigung oder während der Rangkämpfe in der Paarungszeit eingesetzt werden. Dafür sind die Eckzähne des Oberkiefers so stark gekrümmt, dass sie nach oben wachsen. Die Eckzähne des Unterkiefers können über 20 cm lang werden, allerdings ragt davon nur etwa ein Drittel aus dem Kiefer heraus. Durch das ständige aneinander Schleifen der oberen und unteren Eckzähne sind sie messerscharf.

Schon
gewusst?

Wildschweine tragen zu gesunden Wäldern bei. Wenn sie den Waldboden auf der Suche nach Nahrung durchwühlen, vermengen sie die obere nährstoffreiche Humusschicht mit unteren Bodenschichten – davon profitieren Keimlinge.