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Schleiereule

Schleiereulen haben das typische Aussehen der Eulen: Die Augen auf ihrem runden Kopf blicken nach vorne und sitzen nicht wie bei anderen Vögeln seitlich am Kopf.

Sie sind von allen anderen Eulen durch ihre typische, herzförmige, weiße Zeichnung im Gesicht, dem so genannten Gesichtsschleier, zu unterscheiden.

Ihr ganzes Gefieder ist von schleierartigen dunklen Pünktchen überzogen. Der Schnabel ist gelblich bis grau-weiß. Schleiereulen haben lange, spitze Flügel, die im Sitzen den Schwanz um mehrere Zentimeter überragen – ein Hinweis darauf, dass Schleiereulen in freier Landschaft jagen.

Andere waldbewohnende Eulen haben dagegen kurze, abgerundete Flügel. Wegen dieser Merkmale, die sie von den übrigen Eulen unterscheiden, haben die Wissenschaftler die Schleiereulen in eine eigene Familie, die Tytonidae eingeordnet.

Fakten


#nachtaktiv

Lebensweise

Nachts werden die Schleiereulen wach und machen sich auf zur Jagd. Dann fliegen sie auf Felder und Weiden und jagen dort vor allem Feld- und Spitzmäuse, manchmal auch andere Vögel oder Lurche und Insekten. Auf ihre Jagdzüge gehen Schleiereulen zwischen dem Dunkelwerden und Mitternacht sowie zwei Stunden, bevor es hell wird.

Tagsüber ruhen die Tiere und sitzen auf ihrem Ruheplatz. Fühlen sie sich bedroht, bleiben sie reglos sitzen und kneifen ihr Gesicht zusammen, so dass man die großen Augen nicht sieht.

Schleiereulen leben zwar auf allen Kontinenten, bevorzugen aber Regionen mit einem milden Klima. Das liegt daran, dass sie sich kein Fettdepot anfressen können. In kalten Wintern kann es passieren, das bis zu 90 Prozent der Tiere eines Bestandes eingehen. Wenn sie überleben, sind sie nach harten Wintern oft zu geschwächt, um zu brüten.

Schleiereulen leben in Einehe. Haben sich ein Männchen und ein Weibchen erst einmal gefunden, paaren sie sich ein Leben lang jedes Jahr miteinander. Außerhalb der Brutzeit sind Schleiereulen Einzelgänger und leben allein.

Anders als andere Eulen können Schleiereulen mit ihrer Gesichtszeichnung Stimmungen ausdrücken: Sie zeigen Ärger, Angst oder Erstaunen und ziehen sogar richtige Grimassen.

 

Schon
gewusst?

Die Schleiereule hat ein weißes Federkleid, was für nachtaktive Tiere sehr ungewöhnlich ist. Offenbar ist es aber bei der Jagd von Vorteil, hat eine Studie in „Nature – Ecology & Evolution“ ergeben. Bei Vollmond reflektieren die weißen Federn das Mondlicht, sodass die Beute in eine Schreckstarre fällt.